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NME-Magazine geschenkt
Legendäre Musikzeitschrift ändert Konzept und ist ab September kostenlos erhältlich
Der Zeitschriftenjournalismus verändert sich. Die Nachricht auf gedrucktem Papier kann sich kaum noch gegen das Online-Überangebot wehren. Um mit seiner Printausgabe nicht auch Opfer des Zeitungssterbens zu werden, hat sich der legendäre New Musical Express (kurz: NME) zu einer radikalen Gegenmaßnahme entschieden. Ab September wird das englische Magazin in ein Gratisblatt umgewandelt und frei erhältlich sein. Dadurch landet nicht nur ein Stück Journalismus-, sondern auch Musikgeschichte auf dem Wühltisch. Herausgeber Mike Williams beschreibt die Entwicklung im Interview mit The Guardian (hier geht`s zum Artikel: Sink or Swim for NME) als logischen Schritt: “Offensichtlich ist es eine Folgewirkung, dass das Print-Magazin sich ändern wird. Aber letztlich werden wir für die gleiche Sache, also die Entdeckung und die Begeisterung für neue Musik und neue Film sowie ein Teil des Austausches darüber für unserer Lesern zu sein."

Eine Institution im Musikjournalismus

Wöchentlich erschien der NME und fand auch international Absatz bei den Musikbegeisterten und Fachleuten des Business. Mit dem allgemeinen Wandel sank jedoch seit 2003 kontinuierlich die Auflage – zuletzt 15.000 Exemplare – während sich die Onlineversion NME.com hingegen etablieren konnte. Eine traurige Entwicklung, die als Trend bezeichnet werden kann. Schon vor Jahre wurde das 1926 gründete und somit älteste Musikmagazin Melody Maker eingestampft. Es war der größte Konkurrent von NME, denn beide lieferten sich oftmals ein Rennen um die höchste Auflagenzahl. NME gewann in den 1970er Jahren mit bis zu 300.000 gedruckten Ausgaben und verwies den Melody Maker auf den zweiten Platz. Der stärkste Gegenspiel ist schon nicht mehr auf dem Feld, aber dennoch wollen die machen von NME nicht aufgeben und weiter kämpfen. Aber Illusionen macht sich Herausgeber Williams nicht: “Wir sehen es nicht als Schritt, der NME retten wird, es ist mehr, dass NME immer bei Innovationen vorne mit dabei war. Wir haben NME.com schon Mitte der 90er Jahre gestartet, als es noch wenige Webseiten gab und schon gar nicht Musik-Webseiten. Es geht wir immer um Evolution. Es ist kein Geheimnis, dass unsere Auflage schon lange sinkt.“

Wie alles begann…

Zurück zum Anfang: Die erste Ausgabe des NME erschien im März 1952. Noch im selben Jahr wurde eine Rubrik aufgenommen, die den Lesern Bestseller-Singles und somit den Vorläufer unserer heutigen Charts präsentierte. Mit den 1960er, den Beatles und den Rolling Stones brach auch für die noch junge britische Zeitschrift der erste Hype an. Mehrmals zierten die erfolgreichen englischen Bands das Cover und traten auf dem NME Poll Winners Concert auf. Neben der Innovation als Magazine Musik live zu präsentieren, bewies die Redaktion immer einen guten Riecher bei neuen Undergroundneuheiten, die später ganz groß werden sollten – vielleicht auch gerade durch Artikel im NME. Psycholedic und Progessive Rock-Bands bekamen erstmals bei dem britischen Magazin eine Plattform. Natürlich durften Ende der 70er Jahre nicht der Punkrock und die Sex Pistols fehlen. Dies führte dazu, dass politische Themen ebenfalls in das Repertoire des NME aufgenommen wurden, wodurch die immer enger werdende Verbindung von Politik und Musik auch im Journalismus deutlich wurde.

Musik für alle!

Zu Beginn der 80er Jahre entstand in Zusammenarbeit mit Rough Trade Records das MC-Album C81, welches die Leser exklusiv zu einem niedrigen Preis beziehen konnten. Hierauf fand sich eine Mischung aus musikalischen Geheimtipps und etablierten Künstlern. Gleichzeitig ist dieses Album und sein Nachfolger C86 ein weiteres Beispiel für innovative Konzepte und einem Musikjournalismus, der über den eigenen Tellerrand hinausschaute. Nur einmal verpasste NME den Trend – ausgerechnet Grunge! Während der stetige Konkurrent Melody Maker und der dritte Spieler Sounds sich an Lob für Nirvana und Pearl Jam übertrafen, folgten nur langsam zurückhaltende Berichte im NME über die neue Musikbewegung aus Seattle.

Auf in das neue Jahrtausend

Schnelllebigkeit und neuen Medien schadeten dem Magazin in den 1990er weiter. Die Veränderungen schlugen sich auch im äußeren des NMEs nieder: Seit 1998 wurde nicht mehr auf einem charmbehafteten klassischem Zeitungspapier gedruckt, stattdessen erschien die Zeitschrift im Tabloid-Format und auffälligem Coverdesign in Hochglanz. So startete man in 2000er Jahre und erweiterte das Musikspektrum um Künstler, die sich wirksam auf solchen Hochglanzcovern zu präsentieren wussten. So hielt auch der Pop, Hip Hop und R&B Einzug in den NME. Destiny‘s Child reihten sich neben The White Stripes. Ein neues Team um den Chefredakteur Conor McNicholas stoppte diese Entwicklung 2002 und fokussierte wieder gitarrenlastige Musik, wodurch der NME einmal mehr doch sein Gespür für gute, neue Bands beweisen konnte und maßgeblich an dem Aufstieg von neuen Indiegruppen wie Franz Ferdinand oder den Artic Monkeys beteiligt war.

Nun NME für alle!

Schon 2008 wagten die Macher vom NME eine radikale Erneuerung, um dem Zeitungssterben entgegenzuwirken. Die popigen Hochglanzcover wurden wieder verworfen und man strebte eine seriösere Außenwirkung an. Dies sollte eine ältere Zielgruppe ansprechen, die noch bereit sein könnte Geld für eine Zeitschrift auszugeben.

Wie das Magazin auf seiner Webseite (hier geht`s zum Artikel: NME announces major brand transformation ) berichtet, werden am 18. September 2015 insgesamt 300.000 Exemplare kostenlos erhältlich sein. Das entspricht der Druckauflagenhöhe aus den ‚guten alten Zeiten‘. Der NME soll weiterhin wöchentlich erscheinen und in Geschäften oder in öffentlichen Einrichtungen wie Universitäten und Bahnhöfe ausgelegt werden.
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